ImmoPrüf LogoImmoPrüf
← Alle Artikel

Wie viel Haus kann ich mir leisten? Tabellen nach Netto-Einkommen

·9 Min Lesezeit
Von der ImmoPrüf-Redaktion · recherchiert & faktengeprüft
KaufratgeberFinanzierung

„Wie viel Haus kann ich mir bei meinem Gehalt leisten?" ist die erste Frage jeder Immobiliensuche — und sie lässt sich erstaunlich präzise beantworten. Diese Seite liefert die Tabellen: maximale Monatsrate, mögliche Darlehenssumme und leistbarer Kaufpreis für Nettoeinkommen von 2.000 bis 7.000 €, mit und ohne Eigenkapital. Dazu die Formel dahinter, damit Sie jeden Wert auf Ihre Situation anpassen können.

Alle Tabellen rechnen mit denselben transparenten Annahmen (Stand 2026): Rate = 35 % des Nettohaushaltseinkommens, Zins 3,8 %, anfängliche Tilgung 2 %, Kaufnebenkosten 10,6 % (5 % Grunderwerbsteuer, 2 % Notar/Grundbuch, 3,57 % Makler). Ihre individuellen Werte — anderes Bundesland, mehr Tilgung, provisionsfrei — rechnet der Budgetrechner in Sekunden durch.

Schritt 1: Maximale Rate und Darlehen nach Nettoeinkommen

Die Bank rechnet vom Einkommen zur Rate und von der Rate zum Darlehen: Bei 3,8 % Zins und 2 % Tilgung trägt jeder Euro Monatsrate rund 207 € Darlehen.

Netto/Monat (Haushalt)Max. Rate (35 %)Mögliches Darlehen
2.000 €700 €ca. 145.000 €
2.500 €875 €ca. 181.000 €
3.000 €1.050 €ca. 217.000 €
3.500 €1.225 €ca. 253.000 €
4.000 €1.400 €ca. 290.000 €
4.500 €1.575 €ca. 326.000 €
5.000 €1.750 €ca. 362.000 €
6.000 €2.100 €ca. 434.000 €
7.000 €2.450 €ca. 507.000 €

Die Formel dahinter: Darlehen = Monatsrate × 12 ÷ (Zins + Tilgung). Bei 1.400 € Rate: 1.400 × 12 ÷ 5,8 % ≈ 290.000 €. Steigt der Zins auf 4,5 %, sinkt das Darlehen bei gleicher Rate auf rund 258.000 € — der Zinssatz ist der größte einzelne Hebel. Wie Rate, Restschuld und Laufzeit zusammenhängen, zeigt der Tilgungsrechner.

Schritt 2: Leistbarer Kaufpreis — mit Eigenkapital

Vom Darlehen zum Kaufpreis fehlen noch zwei Bausteine: Ihr Eigenkapital kommt dazu, die Kaufnebenkosten (hier 10,6 %) gehen ab. Gerundete Werte:

Netto/Monatohne Eigenkapitalmit 50.000 € EKmit 100.000 € EK
2.000 €ca. 131.000 €ca. 176.000 €ca. 221.000 €
2.500 €ca. 164.000 €ca. 209.000 €ca. 254.000 €
3.000 €ca. 196.000 €ca. 242.000 €ca. 287.000 €
3.500 €ca. 229.000 €ca. 274.000 €ca. 320.000 €
4.000 €ca. 262.000 €ca. 307.000 €ca. 352.000 €
4.500 €ca. 295.000 €ca. 340.000 €ca. 385.000 €
5.000 €ca. 327.000 €ca. 373.000 €ca. 418.000 €
6.000 €ca. 393.000 €ca. 438.000 €ca. 483.000 €
7.000 €ca. 458.000 €ca. 504.000 €ca. 549.000 €

Lesebeispiel: Ein Haushalt mit 4.000 € netto und 100.000 € Eigenkapital kann sich einen Kaufpreis von rund 352.000 € leisten — Darlehen 290.000 € plus Eigenkapital 100.000 €, davon gehen rund 37.000 € Nebenkosten ab. Rechenweg: Kaufpreis = (Darlehen + Eigenkapital) ÷ 1,106.

Die Spalte „ohne Eigenkapital" ist Theorie

Rechnerisch geht es, praktisch selten: Ohne Eigenkapital muss die Bank Kaufpreis und Nebenkosten finanzieren (110-%-Finanzierung). Das akzeptieren nur wenige Institute, bei sehr guter Bonität — und mit deutlichem Zinsaufschlag, der die Tabellenwerte wieder drückt. Realistisch gilt: mindestens die Kaufnebenkosten (10 bis 12 %) aus eigenen Mitteln, besser zusätzlich 10 bis 20 % des Kaufpreises. Was mit wenig Eigenkapital wirklich möglich ist, ordnet Hauskauf ohne Eigenkapital ein; wie Sie Ihre EK-Quote strategisch planen, Eigenkapital beim Immobilienkauf.

Warum 35 % — und wann weniger richtig ist

Die 35-%-Regel ist der übliche Banken-Rahmen (manche akzeptieren bis 40 %). Sie ist aber eine Obergrenze, kein Ziel. Ehrlich rechnen heißt:

  • Bewirtschaftungskosten kommen zur Rate dazu: Grundsteuer, Versicherung, Heizung, Strom, Rücklage — je nach Objekt 400 bis 700 € monatlich zusätzlich. Die Rate ist nicht die Miete-Ersatzzahl.
  • Puffer für Zinsanstieg: Nach der Zinsbindung wird zum dann gültigen Zins verlängert. Wer heute am Limit finanziert, hat 2036 keinen Spielraum.
  • Sicherheit vor Maximum: Unter 30 % Rate-Anteil schläft es sich ruhiger — besonders bei einem Verdiener-Haushalt mit Kindern.

Alle laufenden Posten nach dem Kauf beziffert Nebenkosten und laufende Kosten; den kompletten Finanzierungsaufbau erklärt der Baufinanzierungs-Leitfaden.

So verschieben Sie Ihre eigene Grenze

  1. Mehr Eigenkapital wirkt doppelt: mehr Budget und besserer Zins (Beleihungsauslauf).
  2. Zinsen vergleichen: 0,3 Prozentpunkte Unterschied sind bei 290.000 € Darlehen über 15 Jahre Zinsbindung gut 10.000 €.
  3. Bonität aufräumen vor der Anfrage: Schufa prüfen, Konsumkredite ablösen, Haushaltsrechnung sauber dokumentieren — Details in Bonität und Schufa bei der Baufinanzierung.
  4. Kaufnebenkosten drücken: provisionsfreie Objekte, günstigeres Bundesland, Inventar separat ausweisen.
  5. Förderung nutzen: KfW-Programme erweitern das Budget zinsgünstig — Details in KfW Wohneigentum für Familien.

Fazit

Als schnelle Merkregel bei 3,8 % Zins und 2 % Tilgung: Leistbarer Kaufpreis ≈ 65- bis 95-faches Monatsnetto — das untere Ende ohne, das obere mit solidem Eigenkapital. Bei 3.000 € netto sind das grob 196.000 bis 287.000 €, bei 5.000 € netto 327.000 bis 418.000 €. Entscheidend bleibt die ehrliche Gesamtrechnung: Rate plus Bewirtschaftung plus Puffer, nicht nur die Bankengrenze.

Ob ein konkretes Objekt in Ihr Budget passt, zeigt ImmoPrüf: Aus dem Exposé-Link oder PDF entsteht eine strukturierte Ersteinschätzung mit Preisbewertung, vollständigen Kaufnebenkosten für Ihr Bundesland und drei Finanzierungs-Szenarien inklusive Stresstest. Jetzt Exposé prüfen lassen.

Häufige Fragen

Wie viel Haus kann ich mir bei 3.000 € netto leisten?

Bei 35 % Rate-Anteil (1.050 €), 3,8 % Zins und 2 % Tilgung trägt das Einkommen ein Darlehen von rund 217.000 €. Ohne Eigenkapital entspricht das etwa 196.000 € Kaufpreis, mit 50.000 € Eigenkapital rund 242.000 €, mit 100.000 € rund 287.000 € — jeweils nach Abzug von 10,6 % Kaufnebenkosten.

Wie viel Haus kann ich mir bei 4.000 € netto leisten?

Die maximale Rate liegt bei 1.400 € (35 %), das mögliche Darlehen bei rund 290.000 € (3,8 % Zins, 2 % Tilgung). Daraus ergibt sich ein leistbarer Kaufpreis von etwa 262.000 € ohne Eigenkapital, 307.000 € mit 50.000 € und 352.000 € mit 100.000 € Eigenkapital.

Mit welcher Formel berechne ich mein Immobilienbudget?

Dreisatz in zwei Schritten: Maximale Rate = Nettoeinkommen × 35 %. Mögliches Darlehen = Rate × 12 ÷ (Zins + Tilgung in Prozent). Leistbarer Kaufpreis = (Darlehen + Eigenkapital) ÷ (1 + Nebenkostenquote), bei 10,6 % Nebenkosten also geteilt durch 1,106.

Kann ich ohne Eigenkapital ein Haus kaufen?

Nur ausnahmsweise: Eine 110-%-Finanzierung (Kaufpreis plus Nebenkosten) vergeben wenige Banken, nur bei sehr guter Bonität und mit deutlichem Zinsaufschlag. Realistisch sollten mindestens die Kaufnebenkosten von 10 bis 12 % aus eigenen Mitteln kommen, besser zusätzlich 10 bis 20 % des Kaufpreises.

Ist die 35-Prozent-Regel wirklich sicher?

Sie ist eine Obergrenze der Banken, kein Wohlfühlwert. Zur Kreditrate kommen Bewirtschaftungskosten von oft 400 bis 700 € monatlich (Grundsteuer, Versicherung, Energie, Rücklage) plus das Zinsänderungsrisiko nach der Zinsbindung. Wer unter 30 % Rate-Anteil bleibt, hat spürbar mehr Puffer.

Weiterlesen

Verwandte Artikel zu Kaufratgeber & Finanzierung

Immobilie gefunden?

Lassen Sie Ihr Wunschobjekt in 2 Minuten analysieren.

Jetzt Analyse starten